Albrecht Maurer hat bereits eine weite Reise hinter sich – die klassischen Sonaten seiner Kindheit, Rock und Pop aus seiner Jugend, Jazz und Neue Musik aus seinem Studium, dazu viele Jahre auf der Szene mit Improvisierter Musik und zeitgenössischem Jazz, dann mit Neuen und Alten Klängen auf historischen Instrumenten, mit Crossover Kammermusik und jüngst auch mit Live Elektronik.
"Ich komponiere, in dem ich eigene Improvisationen mit Violine, Viola oder Klavier aufnehme und dann gutes wiederholbar mache und weniger gutes fallen lasse. Daraus entsteht dann ein Konzentrat. Zusätzlich entstehen Spielideen für Improvisationen und Kadenzen, die ich dem Ensemble zum ausprobieren gebe. Eine Komposition wird daraus erst, wenn sich das klingende Ergebnis für mich gut anfühlt.“ (Albrecht Maurer)
EINE QUANTENMUSIK
Der Moment, an dem Neues in den Kreis strömt.
Das Leben scheint eng zu sein. Selten kommt etwas wirklich Neues daher und wenn, dann sind es meist technische Errungenschaften. Aus „In“ wird auf magische Weise wieder „Out“, ein scheinbar zyklischer Kreislauf. Dann, als wiederkehrenden modischen Erscheinungen, folgt abgewandelt, aufbereitet, schick gemacht, die Auferstehung. Allen gemein scheint in diesen Tagen das Bedürfnis nach Sicherheit, das Bewahren des Lebensstandards, das Vermeiden grundsätzlicher Veränderung. Aber wir wissen, so kann es nicht weitergehen.
"Q ist ein Symbol, ist die Verschriftlichung eines Kreises, der an einer bestimmten Stelle unterbrochen und hier nun durchlässig ist. Q ist ein musikalischer Möglichkeitsort mit einer unbestimmten Anzahl an Momenten, in denen Neues in die gewohnten Kreisläufe des Musizierens hinein fließen kann – an Stellen, die für uns unerwartet sind. Q entzieht sich einer genauen Bestimmung, da sich das Ungehörte, Unerfahrene auf einer Ebene des Erlebens einschleicht, die nicht messbar, nicht planbar, ist. Musik, die sich ihrer selbst entzieht, wenn sie angekommen zu sein scheint und sich von selbst nach Veränderung sehnt, das ist die eigentliche Magie, die in ihr wohnt. Dieses Bild des Wandels interessiert mich.“
Dieses Bild des ständigen Wandels zeigt sich auch seit vielen Jahrzehnten in der Quantenphysik, längst hat der Geist im Mikrokosmos die Materie als Wesensmerkmal abgelöst. Die Welt aus der wir bestehen ist Teilchen und Welle zugleich und trägt den Wandel schon in sich. Lassen wir es geschehen.